‚Wir sagen was wir tun und wir tun was wir sagen’- Das ist das Grundprinzip von unserem Aktionskonsens für unsere Massenaktion gegen Shell im Mai 2020. Wir haben lange kollektiv an diesem Dokument gearbeitet und wir erwarten, dass sich alle die an der Aktion teilnehmen an den Aktionskonsens halten. Dadurch wissen wir was wir von einander erwarten können, können wir uns optimal vorbereiten und sind wir alle gleichermaßen informiert. Bitte lest euch dieses Dokument also gut durch und verbreitet es unter allen Teilnehmenden!

Gemeinsam. Am 19 Mai 2020 werden wir die Jahreshauptversammlung von Shell blockieren, stören und verhindern: Mit massenhaftem zivilem Ungehorsam, Blockaden, „Ausschwärmen“ und anderen kreativen Interventionen/Eingriffen. Wir werden Bezugsgruppen und „Finger“ formen, und unsere Körper in kollektiver Entschlossenheit benutzen um Hindernisse zu durch- oder umfließen und so unser Ziel zu erreichen.

Sicherheit und gegenseitige Rücksichtsname. Die Sicherheit und der Schutz von allen Beteiligten (Teilnehmenden, Angestellten und Umstehenden) ist unsere größte Priorität. Wir werden ruhig und verantwortungsvoll handeln, niemanden in Gefahr bringen und unser Bestes geben um Polizeigewalt zu deeskalieren. Wir teilen die gemeinschaftliche Verantwortung für einander, also bitte achtet auf- und unterstützt einander! Die Aktion soll ein sicherer Raum („safer space“) sein für alle Teilnehmer*innen, in dem wir Verantwortung übernehmen für unser Handeln und einander darauf ansprechen können. 

Vielfalt von Aktionstaktiken. Soziale Veränderung (und damit auch Klimagerechtigkeit) können wir nur erreichen wenn wir vielfältige Aktionstaktiken und Protestformen flexibel einsetzen. Angesichts unserer stets ernsteren Klimasituation ist (massenhafter) ziviler Ungehorsam legitim und notwendig geworden. Natürlich werden wir keinen Lebewesen  Schaden zufügen und planen wir auch nicht öffentliches Eigentum zu beschädigen. 

Inklusiv. Hierarchien und Unterdrückung in der Gesellschaft machen nicht Halt bei uns persönlich und bei unseren (Klima-) Bewegungen. Darum arbeiten wir daran um unsere Aktion so inklusiv möglich zu gestalten: Es gibt viele Möglichkeiten an der Aktion teil zu nehmen. Alle Rollen und Aufgaben sind gleich wertvoll für das Gelingen der Aktion! Alle Menschen mit den unterschiedlichsten Erfahrungen und Kapazitäten sind willkommen. Das Gelingen der Aktion hängt von unserem kollektiven Einsatz ab und nicht von heldenhaften Einzelgängen. 

Kollektive Befreiung und soziale Gerechtigkeit. Unser Ziel ist eine Aktion in der wir der Welt die wir uns in Zukunft wünschen Form geben können. Integration von Feminismus, Anti-Rassismus, Anti-Ableismus, Queerness und verschiedenen sozialen Schichten/Klassen macht unsere Bewegung inklusiver, widerstandsfähiger und diverser. Wir sind strikt gegen reaktionäre und nationalistische Versuche den Wiederstand gegen die fossile Industrie zu vereinnahmen. Wir werden nicht zulassen das Ökofaschisten und/oder „Greenwasher“ unsere Bewegung infiltrieren oder „kapern“.