Was ist Code Rood („Alarmstufe Rot“)?

Code Rood ist ein Zusammenschluss von Menschen, die sich gegen die fossilen Industrien und deren Macht organisieren und engagieren. Das gilt für alle Formen von Öl, Gas und Kohle. Der gemeinsame Grundgedanke ist, dass der Klimawandel und die durch die Gewinnung fossiler Brennstoffe verursachten Schäden nicht allein durch Einzelmaßnahmen gestoppt werden können. Wir sind aktiv gegen die Unternehmen, die für die Gewinnung, den Transport und die Verbrennung fossiler Brennstoffe verantwortlich sind und gehen gegen Regierungen vor, die diesen Unternehmen ihr rücksichtsloses Verhalten ermöglichen.

Europas größte Öl- und Kohlehäfen befinden sich in Amsterdam und Rotterdam. Das größte Gasfeld Europas ist in Groningen, welches stark von der Gasförderung betroffen ist; der niederländische Staat trägt daher eine große Verantwortung für das Klimaproblem. Code Rood organisiert jedes Jahr eine Massenaktion zivilen Ungehorsams und trägt somit zum Aufbau einer aktiven Bewegung bei. Kurzfristiges Ziel ist es, die Infrastruktur der fossilen Industrien zu stören und so weit wie möglich (vorübergehend) lahm zu legen. Langfristig wollen wir so strukturelle Veränderungen in der Energieversorgung fordern.

Code Rood will zivilen Ungehorsam in größerem Umfang sichtbar und greifbar machen. Deshalb wird der Aktionstag offen angekündigt und national und international mobilisiert. Code Rood unterstützt lokale Zusammenhänge, die von den direkten Folgen der Gewinnung fossiler Brennstoffe betroffen sind. Wir sind zudem der Meinung, dass Arbeitnehmer*innen, die in den fossilen Industrien arbeiten, nicht unter dem notwendigen Übergang zu grünen Energieformen leiden sollten. Deshalb unterstützt Code Rood beispielsweise die Forderung der FNV nach einem Kohlefonds für Arbeiter*innen in Häfen und Kohlekraftwerken. Code Rood zeigt sich auch solidarisch mit anderen Bewegungen, die gegen fossile Energien, den Klimawandel oder andere Formen der Ausbeutung, Unterdrückung und Diskriminierung kämpfen.

Am 24. Juni 2017 blockierten 350 Menschen in der ersten, großen Aktion von Code Rood den Kohlehafen in Amsterdam. Da es Code Rood noch nicht so lange gibt, arbeiten wir weiterhin aktiv an unserem Selbstverständnis und entwickeln (langfristige) Strategien. Code Rood ist vollständig auf Spenden von Sympathisant*innen, Teilnehmer*innen und Solidaritätsfonds angewiesen.

Wie ist Code Rood organisiert?

Code Rood organisiert sich (möglichst hierarchiefrei) in Aktionskonferenzen, Arbeitsgruppen und einer Koordinationsplattform (CoPla). Eine Aktionskonferenz ist ein öffentliches Treffen, bei dem wichtige Entscheidungen getroffen werden und bei dem interessierte Menschen, die an der Aktion oder dem Camp teilnehmen wollen, mit Akteur*innen aus den verschiedenen Arbeitsgruppen zusammenkommen.

Entscheidungen werden nach dem Konsens-Prinzip getroffen, einer kreativen und dynamischen Art, Entscheidungen zwischen allen Mitgliedern einer Gruppe zu treffen. Bei der Konsensfindung versucht die Gruppe, Lösungen zu finden, die jeder aktiv unterstützt oder mit denen zumindest jede/r leben kann, anstatt einfach über ein Thema abzustimmen und die Mehrheit entscheiden zu lassen. Konsensentscheidungen basieren auf den Grundsätzen der Gleichheit, der Freiheit, der Zusammenarbeit und der Achtung der Bedürfnisse aller.

Die verschiedenen Arbeitsgruppen sind für spezifische Aspekte der Organisation des Camps und der Aktion zuständig. So ist die Arbeitsgruppe „Mobilisierung“ für die nationale und internationale Mobilisierung zuständig; die Arbeitsgruppe „Medien & Kommunikation“ für die Betreuung der eigenen Medienkanäle und den Kontakt zur Presse. Grundsätzlich arbeiten Arbeitsgruppen relativ unabhängig und nur grundlegende Entscheidungen müssen auf einer Aktionskonferenz vorgelegt werden.

Die Koordinationsplattform (CoPla) bringt Vertreter*innen aller Arbeitsgruppen zusammen, um aktuelle Themen zu koordinieren, Fragen auszutauschen und gegebenenfalls Entscheidungen über Fragen zu treffen, die die Arbeitsgruppen nicht völlig unabhängig beantworten wollen. Die CoPla trifft sich sowohl per Videokonferenz als auch physisch. Du kannst dich jederzeit dort einbringen, wenn Du in einer Arbeitsgruppe aktiv bist. Code Rood ist so organisiert, dass sich Menschen aus dem ganzen Land im Kampf gegen die fossilen Industrien und den Klimawandel zusammenschließen können. Durch den Aufbau der Organisationsstruktur , können alle Stimmen gehört werden und keine geballte Macht entsteht. Wie auch alle anderen Prozesse wird die Organisationsstruktur regelmäßig evaluiert und gegebenenfalls angepasst.

Code Rood in Groningen

Code Rood ist sich des Kampfes bewusst, der seit Jahren von lokalen Gruppen geführt wird und will diese durch eine Blockadekampagne mit möglichst vielen Menschen unterstützen und stärken. Code Rood organisiert derzeit ein Aktionscamp in der Erdbebenzone in Groningen, vom 24. bis 31. August 2018. Der wichtigste Aktionstag ist während der „Gronings Ontzet“ am 28. August 2018. Diese Entscheidung wurde getroffen, indem verschiedene Aktionsziele auf mehreren Aktionskonferenzen erörtert und diskutiert wurden, um schließlich am Dienstag, den 12. Dezember, in einem großen Treffen mit mehr als fünfzig Personen Groningen als Aktionsort zu wählen. Auf der anschließenden Aktionskonferenz im Januar wurde das Datum des Camps und der Aktion festgelegt.

Wie kann ich mich bei Code Rood beteiligen?

Wenn Du eine Aktionskonferenz besuchst – bist du ja schon an Code Rood beteiligt :)! Hier werden die wichtigsten Entscheidungen getroffen. Du kannst auch in einer Arbeitsgruppe tätig sein , das Camp besuchen und an der Aktion teilnehmen. Du kannst Code Rood helfen, indem du hier spendest, nützliche Dinge für das Camp leihst, dich dem Erste-Hilfe-Team für das Camp und die Aktion anschließt und bei einmaligen Aufgaben hilfst, wie z.B. bei der Organisation eines Ortes für eine Aktionskonferenz oder beim Auf- und Abbau.

Die Arbeitsgruppen

Hier findest Du eine Übersicht über alle Code Rood Arbeitsgruppen und wie du dich mit uns in Verbindung setzen kannst.