Kinoprogramm

Von Freitag bis Montag Abend könnt ihr euch verschiedene Dokus und Filme im Kinozelt anschauen!

Freitag

20:30 Uhr: Everything’s coming together while everything’s falling apart – Code Rood (2017 von Arthur Ressler)

20:45 Uhr: Die Besetzung des Hambacher Forstes (2018 Seb Alex)
21:00 Uhr: Beyond the red lines (2016)
22:40 Uhr: Snowpiercer (2013)

Samstag

20:30 Uhr: Stille Beving (2017)
21:50 Uhr: Suffraggete (2015)

Sonntag

20:30 Uhr: Der Bentley-Effekt (2018 – 86min)
22:10 Uhr: Pride (2014)

Montag

20:30 Uhr: Everything’s coming together while everything’s falling apart – Code Rood (2017 von Arthur Ressler)
20:45 Uhr: Die Besetzung des Hambacher Forstes (2018 Seb Alex)
21:00 Uhr: Beyond the red lines (2016)
22:40 Uhr: Man with a movie camera (1929 – 66min)

Filme

Beyond the red lines (91min)

Von den Braunkohlenbergwerken im Rheinland über den Hafen von Amsterdam bis hin zu den Straßen von Paris während des Weltklimagipfels: die Kämpfe um Klimagerechtigkeit werden an immer mehr Fronten ausgetragen. „Beyond the red lines“ („Jenseits der roten Linien“) ist die Geschichte einer wachsenden Bewegung, die sagt: “Es reicht! Bis hierher und nicht weiter!” und nutzt zivilen Ungehorsam, um den Übergang zu einer klimagerechten Gesellschaft in die eigenen Hände zu nehmen.

Stille Beving (2017, 72min, Piet Hein van der Hoek- mit englischen Untertiteln!)

Eine Dokumentation über den Groninger Bauernhof der Familie Heite, der durch die, durch  Gasförderung verursachten, Erdbeben beschädigt wurde. Vierundzwanzig Kameras wurden ab 1837 für zwei Jahre in und um den Bauernhof installiert. Kleine und große Erdbeben wurden Tag und Nacht registriert. Die Schäden am Hof haben Stück für Stück zugenommen und mit jeder neuen Absenkung hat die Unsicherheit und Unsicherheit für die Bewohner*innen zugenommen. Einige Katastrophen schreiten so allmählich voran, dass es für die Außenwelt schwierig ist, ihre Auswirkungen zu verstehen. Ziel des Filmemachers ist es, in diesem Film die Auswirkungen der Erdbeben auf die Groningen, die Landschaft und das kulturelle Erbe zu verdeutlichen. Wie fühlt es sich an, wenn der Boden unter den eigenenFüßen vibriert? Wie wirkt sich das auf dein Familienleben aus; wie sicher fühlst du dich noch? Was ist, wenn du gezwungen wirst, dein Zuhause zu verlassen? Was ist dein Haus noch wert und wie gehst du mit den Schäden daran um? Wie ist es, wenn Erdbeben beginnen, dein Leben vollständig zu kontrollieren?

Annemarie Heite erlebt dies zusammen mit ihrem Mann und zwei Töchtern im Teenageralter. “Dieser Stress geht tief. Es ist wie eingesperrt sein – in einem gefährlichen Gefängnis. Ich bin enttäuscht von der Regierung und dieses Gefühl geht auch nicht mehr weg. “Während ihres eigenen Kampfes mit NAM, Verwaltern und Politikern wurde Annemarie zu einem Sprachrohr für die vielen Leidensgenoss*innen in ihrer Nachbarschaft. Allmählich wird das enorme Ausmaß der Katastrophe sichtbar. In den Menschen von Groningen wächst die Erkenntnis, dass sie sich auflehnen müssen. Währenddessen vibriert der Boden weiter.

Der Bentley-Effekt – die Geschichte einer sozialen Bewegung (2018)

Als die Kohlegasindustrie Interese an der Northern Rivers-Region in Australien zeigte, schrillten dort die Alarmglocken. Tausende von Menschen aus allen Lebensbereichen organisierten sich, um sich gegen die unkonventionelle Gasinvasion zu versammeln. Doch trotz des enormen öffentlichen Widerstandes waren die Gaswirtschaft und die Landesregierung entschlossen, ihren Gasförderungsplan durchzusetzen.

Eine Reihe von dramatischen Blockaden folgten, bevor die roten Lininen im friedlichen Bauerntal von Bentley gezogen wurden. Eine kritische Masse von Menschen strömte auf die Baustelle und sah sich dort mit einer drohenden Kulisse von 850 Polizisten konfrontiert, die den Protest abbrechen sollten. Was als nächstes geschah, ist ein historischer Präzedenzfall.

Der Bentley-Effekt dokumentiert die Höhen und Tiefen dieses Kampfes um die Verhinderung des Gasfeldes über einen Zeitraum von 5 Jahren. Diese zeitlose Geschichte über den heldenhaften Widerstand einer Gemeinde zeigt, dass friedlicher Protest und gewaltfreies direktes Handeln nicht nur industrielle Macht und politische Kurzsichtigkeit überwinden können…. sondern auch viel Spaß machen können. Der hoch gelobte Film dokumentiert und feiert eine der, am schnellsten wachsenden und kreativsten, sozialen Bewegungen, die wir je erlebt haben und stellt die Frage: Was ist wirklich wertvoll?

„Gasland“ zeigte uns das Problem – „ Der Bentley-Effekt“ zeigt uns die Lösung.

Everything’s coming together while everything’s falling apart – Code Rood (14min)

– Teil einer Kanal 4 -Videoinstallation mit COP21, Ende Gelände, der ZAD und Code Rood.

Vor nicht allzu langer Zeit war die globale Erwärmung noch Science Fiction. Jetzt ist es ein wissenschaftlicher Fakt geworden und eine Realität, in der wir bereits leben. Die jüngsten Berichte des nüchternen Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) deuten darauf hin, dass sich der Planet schneller als erwartet mehreren Schwellenwerten für irreversible Schäden annähert.

Der Titel “Everything’s coming together while everything’s falling apart” („Alles kommt zusammen während alles auseinander fällt“) bezieht sich auf eine Situation, in der die gesamte Technologie, die nötig ist, um das Zeitalter der fossilen Brennstoffe zu beenden, bereits existiert. Ob die gegenwärtige ökologische, soziale und wirtschaftliche Krise überwunden wird, ist in erster Linie eine Frage der politischen Macht. Die Klimabewegung ist jetzt stärker denn je. Sie behinderte Pipeline-Projekte wie die Keystone XL Teersand-Pipeline. Sie stoppte die arktischen Bohrungen und blockierte Fracking auf der ganzen Welt. Kohlekraftwerke wurden durch Widerstand abgeschaltet, und die Divestement-Bewegung, die Institutionen dazu zwingt, ihre Anteile an Aktien an fossilen Brennstoffen abzustoßen, hatte Erfolge.

Die Geschichte dieses laufenden Filmprojekts könnte sich als eine Geschichte des Beginns der Klimarevolution erweisen, dem Moment, als der Widerstand der Bevölkerung begann, die Welt neu zu gestalten. Das Projekt folgt der Klimabewegung in ihrem Kampf gegen ein, stark von fossilen Brennstoffen abhängiges, Wirtschaftssystem. Es zeichnet wichtige Ereignisse für die Klimabewegung auf und bringt viele Situationen, Zusammenhänge, Stimmen und Erfahrungen zusammen. Für jede Veranstaltung gibt es einen Film.

Der Film “Everything’s coming together while everything’s falling apart: Code Rood” (14min, 2018) zeigt eine Aktion zivilen Ungehorsams im Hafen von Amsterdam, welche im Juni 2017 statt fand. Die Blockade des zweitgrößten Kohlehafens Europas zog eine rote Linie gegen diese wichtige fossil-kapitalistische Infrastrukturanlage. Die meisten Kohletransporte gehen von Kolumbien aus, wo die Kohle unter ökologisch und sozial verheerenden Bedingungen gefördert wird.

Ob und wann fossile Brennstoffe aufgegeben werden, wird – trotz der Bemühungen von Regierung und Unternehmens-Lobby, uns vom Gegenteil zu überzeugen – vor allem von sozialen Bewegungen und deren Druck auf die Institutionen bestimmt. Mächtige Strukturen zwingen uns in Lebensumstände, die unsere Lebensgrundlagen zerstören. Diese Strukturen müssen verändert werden und nur unser gemeinsames Handeln kann sie verändern.

“Everything’s coming together while everything’s falling apart” wurde erstmals als Kanal 2- Videoproduktion als Teil von Oliver Ressler’s Einzelausstellung “Property is Theft” („Eigentum ist Diebstahl.“) im MNAC (National Museum of Contemporary Art) in Bukarest gezeigt. Nachfolgend wurde das Projekt zu einer Kanal 3 – Videoproduktion erweitert und wird sukzessive weiter gedreht – solange, wie der Kampf gegen, von fossilen Energien abhängige, Wirtschaftssysteme andauert. http://www.ressler.at/everythings_coming_together/ 

Die Besetzung des Hambacher Forstes (Seb Alex, 11min)

Der Hambacher Wald ist ein sehr alter Wald im Westen Deutschlands. Alles, was sich hier über Jahrtausende entwickelt hat, wird nun zerstört, um Platz für einen ständig wachsenden Braunkohletagebau zu schaffen. Seit Jahrzehnten wehren sich die Menschen gegen diese profit-getriebene Zerstörung und seit sechs Jahren ist der Wald mit Baumhäusern besetzt. Das ist ihre Geschichte.

Snowpiercer (2013, Bong Joon-ho)

Ein Versuch, der globalen Erwärmung mit Klimatechnik entgegenzuwirken, scheitert 2014 katastrophal. Dies verursacht unbeabsichtigt eine Eiszeit, die alles Leben außer den Bewohner*innen des „Snowpiercers“ („Schneepflug“) auslöscht: eines massiven Zuges, der von einem Perpetuum Mobile angetrieben wird, die eine von dem Transportmagnaten Wilford geschaffene, weltumspannende Gleisstrecke befährt. Bis 2031 bewohnen die Eliten die extravaganten Frontwaggons und der “Abschaum” das Ende des Zuges, in welchem schmutzige und brutale Bedingungen vorherrschen. Angeführt von Curtis, ist eine Gruppe von Bürger*innen der Unterschicht, die im Elend im hinteren Teil des Zuges leben, entschlossen, an die Spitze des Zuges zu gelangen und den Reichtum umzuverteilen. Jeder Abschnitt des Zuges birgt neue Überraschungen für die Gruppe, welche sich bis an die Spitze durchkämpfen muss. Eine Revolution ist im Gange.

Suffragette (2015, Sarah Gavron)

Ein Drama, welches die Geschichte der „Fußsoldaten“ der frühen feministischen Bewegung nachzeichnet. Frauen, welche in den Untergrund gezwungen wurden und ein gefährliches Katz- und Mausspiel mit einem zunehmend brutalen Staat austragen. Diese Frauen stammten nicht in erster Linie aus den vornehm gebildeten Klassen; sie waren arbeitende Frauen, die gesehen hatten, wie friedliche Proteste nichts bewirken. Radikalisiert und sich der Gewalt als einzigem Weg zur Veränderung zuwendend, waren sie bereit, in ihrem Kampf für die Gleichberechtigung alles zu verlieren – ihre Arbeit, ihre Häuser, ihre Kinder und ihr Leben. Maud war ein solcher „Fußsoldat“. Die Geschichte ihres Kampfes um die Würde ist so packend und eindringlich wie jeder Thriller, aber auch herzzerreißend und inspirierend.

Pride (2014, Matthew Warchus)

Es ist der Sommer im Jahr 1984: Margaret Thatcher ist an der Macht und der nationale Gewerkschat der Bergarbeiter (NUM) befindet sich im Streik. Beim Gay Pride March in London beschließt eine Gruppe von schwulen und lesbischen Aktivist*innen, Geld zu sammeln, um die Familien der streikenden Bergleute zu unterstützen. Aber es gibt ein Problem. Der Gewerkschaft scheint es peinlich zu sein, ihre Unterstützung zu erhalten. Aber die Aktivist*innen lassen sich nicht abschrecken. Sie beschließen, die Gewerkschaft zu ignorieren und sich direkt an die Bergleute zu wenden. Sie suchen sich ein Bergbaudorf im tiefsten Wales und machen sich in einem Minibus auf den Weg zu ihrer persönlichen Spende. Und so beginnt die außergewöhnliche Geschichte zweier scheinbar fremder Gemeinschaften, die eine überraschende und letztlich triumphierende Partnerschaft bilden.

Man with a Movie Camera (1929, Dziga Vertov & Yelizaveta Svilova)

Der unermüdliche Regisseur Dziga Vertov experimentiert mit den unterschiedlichsten, filmischen Techniken und dokumentiert mit Sprungschnitten, ungeraden Winkeln, geteilten Bildschirmen, Doppelbelichtungen, extremen Nahaufnahmen und einer Schnellfeuer-Montage die Interaktion des einfachen Sowjetbürgers mit dem hektischen Rhythmus des Lebens. Im Laufe eines einzigen Tages, von der Dämmerung bis zum Morgengrauen, immer begleitet vom rhythmischen Brummen der Maschinen, bietet Vertov eine rasante Tour durch Moskau, Odessa und Kiew und beschreibt, was die Hauptfigur, die unbekannten Massen, sehen.