Manifest aus 2017

Hier ist CODE ROOD gegen den Klimawandel!

Um Klimawandel zu stoppen müssen Öl, Gas und Kohle im Grund bleiben. Jedoch sind die Niederlande im Verzug, wenn es darum geht Klimawandel effektiv entgegenzutreten. In Bezug auf Export und Import von Öl, Benzin und Kohle zählen der Hafen von Rotterdam und Amsterdam zu den Größten der Welt. Während der Klimawandel stetig bedrohlicher wird, versagen die Politik und Industrie konkrete Maßnahmen zu ergreifen. Darum schlagen wir am 24 Juni mit hunderten Menschen Alarm: Es ist Stufe Rot für das Klima!

Klimawandel gefährdet alles Leben auf unserem Planeten. Durch unser menschliches Handeln ist die Temperatur auf der Erde schon mit mehr als 1 Grad gestiegen, was zunehmend schwerere Folgen mit sich bringt. Menschenleben –vor allem im so genannten Globalen Süden- werden zerstört und mehr und mehr Tier und Pflanzenarten stehen vor dem Aussterben. In vielen Ländern verschlechtert sich zunehmend die soziale, wirtschaftliche und politische Situation was auch mehr und mehr gravierende Auswirkungen auf die internationale Zusammenarbeit zwischen Ländern hat.

Angesichts der vielen Probleme, schaffen es die Niederlande nicht Klimawandel seriös anzupacken. Die Kohlezentralen im Land sind immer noch geöffnet, NAM pumpt immer noch Milliarden Kubikmeter Gas aus dem Boden rund um Groningen, der Luft- und Straßenverkehr nimmt stetig zu und der industrielle Landbau und die Bio-Industrie boomen. Das gleiche gilt in diesem Falle auch für den C02 Ausstoß.

Der 24 Juni 2015 markiert in den Niederlanden das Datum eines historischen Rechtsbeschlusses: Der niederländische Staat verpflichtet sich seine Bürger gegen die Gefahren des Klimawandels zu schützen. Effektive Maßregelungen sind notwendig um den C02 Ausstoß stark zurück zu führen. Anstatt direkt einzugreifen und ihren Pflichten gegenüber der Bevölkerung nachzugehen, beschloss die Regierung jedoch in Berufung zu gehen. Somit vermeiden niederländische Politiker ihre Verantwortlichkeit und verweisen stattdessen nach Krisensituationen im Ausland. In der Zwischenzeit bleibt der Ausstoß steigen und der fossilen Brandstoffindustrie wird weiter viel Spielraum geboten, obwohl die Folgen des Klimawandels stetig gravierender werden.

2 Jahre nach dem ‚Urgenda’- Richterausspruch kommen wir deshalb in Aktion. Weil keine Zeit mehr zu verlieren ist werden wir am 24 Juni im Hafen von Amsterdam eine Grenze gegen die fossile Brandstoffindustrie ziehen. Der Amsterdamer Hafen ist der größte Benzinhafen der Welt und der zweitgrößte Kohlehafen Europa’s und somit ein Symbol für das System gegen welches wir kämpfen. Durch bürgerlichen Ungehorsam werden wir den normalen Arbeitsgang auf dem Terrain stoppen. So zwingen wir die Niederlande ihre Pforten für die großen Verschmutzter in Amsterdam, aber auch in Rotterdam und Groningen zu stoppen.

Wir werden Aktionen weiter führen bis die folgenden Ziele erreicht sind:

  • Die Niederlande laufen voran in der Transition zu einer nachhaltigen Lebensweise, die die Erderwärmung unter 1,5 Grad hält.
  • Der Amsterdamer und Rotterdamer Hafen sind für die fossile Brandstoffindustrie
    geschlossen
  • Alle Gas- und Kohlezentralen im Land sind geschlossen
  • Gasgewinnung in Groningen ist gestoppt und die Erdbeschädigung wurden kompensiert
  • Es besteht ein gerechter Übergangsfond für die Arbeiter momentan noch in der fossilen Brandstoffindustrie tätig sind sowie für Arbeiter aus allen anderen Sektoren die durch eine nachhaltige Transition betroffen sein werden
  • Es besteht eine ehrliche und nachhaltige Ökonomie die den Planet -mit all seinen Bewohnern- respektiert. Hierfür wurde der internationale Handel radikal reformiert.
  • Der globale Norden hat seine historische ökologische Schuld zugestanden. Der Globale Süden trägt am wenigsten am Klimawandel bei, ist aber am stärksten von den Folgen betroffen.
  • Alle Landesgrenzen sind geöffnet. Dies ist ein notwendiger Schritt um den Menschen zu helfen die nun schon vom Klimawandel betroffen sind.
  • Unter der Leitung und mit Abstimmung von den Ländern im globalen Süden unterstützt der Globale Norden die Transition zur einer nachhaltigen Lebensweise im globalen Süden mit finanziellen Mitteln und Wissen.

Menschen, Umwelt und das Klima werden für die Gewinne der fossilen Brandstoffindustrie geopfert. Dieses fahrlässige Verhalten fällt letztendlich den Arbeitern zu lasten, die nun riskieren ihren Job zu verlieren wenn die Brandstoffindustrie beendet wird. Darum stehen wir in Solidarität mit den Arbeitern. Es ist unabdingbar für diese Menschen eine gute Lösung zu finden; Was wir wollen, ist eine nachhaltige Lebensform mit einer ehrlichen Wirtschaft die den Planeten mit all seinen Bewohner respektiert. Nicht nur müssen die fossilen Brandstoffe in der Erde bleiben sondern auch die nötigen Arbeitschancen erschaffen werden. Jetzt, und nicht in der Zukunft!

Wenn wir die Hände zusammenschlagen kann die Macht der fossilen Brandstoffindustrie gebrochen und eine fossil freie Zukunft geschaffen werden. Zusammen bauen wir an einer starken Bewegung die es wagt einen Schritt weiter zu gehen. Weil das Klimaproblem so dringend und bedrohlich ist –und die Politik und Wirtschaft so wenig tut- sehen wir es als notwendig und legitim an vom Massenprotest zu großflächigem bürgerlichen Ungehorsam überzugehen. Hierbei sprechen wir uns deutlich gegen Versuche aus unsere Aktion für reaktionäre oder nationalistische Ziele zu missbrauchen.

Bürgerlicher Ungehorsam bedeutet das bewusste übertreten von Gesetzen um eine gesellschaftliche Veränderung zu erzwingen. Wir sind davon überzeugt, dass diese Form von Aktivismus eine notwendige und legitime Maßnahme ist um Klimawandel zu stoppen. Mit unserer Aktion wollen wir ein Alarm Signal an die ganze Gesellschaft senden: Steht auf! Nur durch Bürgerlichen Ungehorsam wird es uns gelingen der fossilen Brandstoffindustrie ein Ende zu setzen.

Wir sind ein Teil einer weltweiten Bewegung gegen Klimawandel der durch die fossile Brandstoff Industrie verursacht wird. Menschen aus der ganzen Welt setzten sich für das Klima ein. Wir stoppen Braunkohle Tagebau in Deutschland, Kohlezentralen in Indien, Ölpipelines in den USA, Gasgewinnung in Groningen, Fracking in Brasilien und Ölgewinnung in Nigeria. Und am 24 Juni ziehen wir eine Grenze im Amsterdamer Hafen. Zusammen stoppen wir Klimawandel! CODE ROOD für das Klima.

Download (pdf).

Solidaritätserklärung von anderen Organisationen

Diese Oranganisationen haben unser Manifesto unterschrieben:

  • Beats against coal
  • Coal Action Network (Verenigd Koninkrijk)
  • Climate Justice Amsterdam
  • Doorbraak
  • GroenFront!
  • Groninger Bodem Beweging
  • Internationale Socialisten
  • Klimaatkoor
  • Klimaatlintjes
  • Limburg In Actie
  • NL stands with Standing Rock
  • Students Act On Climate
  • Utrecht TTIP-vrij

Falls Ihre Organisation auch unser Code Rood Manifesto unterzeichnen möchte, schicken Sie eine Mail an communicatie at lists.riseup.net