Programm

Hier findest du eine Programmübersicht für die Aktionswoche. Achtung: Auf dieser Seite und im Programmbooklet sind nur Workshops, Diskussionen und Vorträge aufgelistet. Das Kulturprogramm (Bands und Künstler*innen) folgt bald! 

Das (englische) Programmbooklet kann hier heruntergeladen werden:  code-rood_brochure-ENG

Hier sind die Details zum Programm: 

Samstag, 25. August 

10:00-18:00 Aktionstraining für Neueinsteiger*innen 

Dieses Training ist für all jene unter euch gedacht, die zum ersten Mal an einer Massenaktion zivilen Ungehorsams teilnehmen bzw. sich noch unsicher sind, ob sie mitmachen möchten. Mit Übungen und spielerischen Aktivitäten lernt ihr, worauf ihr bei der Aktion achten müsst. Wir besprechen im interaktiven Workshop unter anderem Folgendes: Was ist eine Bezugsgruppe (affinity group)? Was ist ein Buddy? Was sollte man über seine Rechte wissen und wie geht man mit Hindernissen um? 

Das Aktionstraining wird von Stroomversnellers, einem Kollektiv an Trainer*innen, das Grassrootsbewegungen, Organisationen und Individuen unterstützt, die für eine gerechtere und nachhaltigere Welt arbeiten, angeboten. Durch ihre Trainings greifen sie sie Organisationen bei Kampagnen, strategischer Arbeit, direkter Aktion und beim Aufbau einer Bewegung unter die Arme. 

Hier geht’s zum Anmeldelink (Die Seite ist auf Holländisch, aber wir stellen beim Training gerne Übersetzungshilfe zur Verfügung.) 

11:00-12:30 Gas in den Niederlanden (Holländisch) 

Hier erwartet euch eine kurze Reise durch das rechtliche Labyrinth des niederländischen Staates und die „Ölies“, Shell und Exxon. Seit der Entdeckung des Gasfelds in Groningen beraten diese die niederländische Regierung, wie maximaler Profit sichergestellt werden kann und Kompensationszahlungen niedrig gehalten werden können. 

Yfke Eijgelaar, geboren und aufgewachsen in Groningen und somit eng mit dem Hogeland verbunden, kämpft gegen die Ausbeutung der Provinz und die Schmiergeldpraktiken, die über Jahrzehnte dafür gesorgt haben, dass Gemeinden kooperieren. Yfke ist Teil der Groninger Bodem Beweging (Groninger Boden Bewegung), aber zusätzlich auch unabhängig aktiv. Sie wird eine Einführung in die Gaspolitik der Region geben. 

Menschliche Gasdown-Frackdown Landkarte

Die Gasindustrie expandiert weltweit. Anstelle erneuerbarer Energien wird Erdgas als saubere, grüne Alternative zu Öl und Kohle beworben. Gemeinsam werden wir eine menschliche Landkarte bilden, auf der die größten globalen Lieferketten dieses gefährlichen fossilen Energieträgers abgebildet werden. Falls du nicht in Groningen, nahe einer Pipeline, eines Transportterminals oder Fracking Förderturms wohnst, so wohnst du wahrscheinlich zumindest nahe einer Bank, die all das finanziert. Rund um den 13. Oktober wird eine internationale Mobilisierung gegen Erdgas und Fracking stattfinden. Hier kannst du mehr über Gasdown-Frackdown und dessen Ziele lernen – gas down, frack down, rise up! 

Das Gastivist Collective ist eine kleine Gruppe internationaler Klimaaktivist*innen, deren Absicht es ist, Grassroots Projekte, die sich gegen die neue Gasinfrastruktur wenden, zu unterstützen. Es versucht, den Informationsfluss zwischen verschiedenen NGOs und lokalen Gruppen zu erhöhen, sowie Menschen in Kontakt zu bringen, um eine Bewegung zu bilden, welche die Förderung von Gas stoppt und einen Energiewandel hin zu erneuerbaren Energiesystemen in Gemeinschaftsbesitz herbeiführt. 

14:30-16:00 Warum Gas stinkt: Über internationale Anstrengungen

Komm vorbei und finde heraus, warum sich so viele Gruppen in Europa gegen die neue Gasinfrastruktur wehren und wie du diese Gruppen unterstützen kannst. Wir werden darüber sprechen, warum Gas schlecht für unser Klima und soziale Gerechtigkeit ist, welche Infrastruktur in Deutschland und Europa geplant ist und warum nun eine gute Gelegenheit zu handeln ist. Wir werden besprechen, wie wir gegen neue Förderprojekten in den Niederlanden und darüber hinaus Widerstand leisten können. Der Workshop wird von verschiedenen „Gastivists“ geleitet. 

14:30-16:00 Energiedemokratie: Unternehmensmacht und der Vertrag über die Energiecharta auf dem Prüfstand (Holländisch mit englischer Übersetzung) 

Wie wird im Kampf für einen gerechten und demokratischen Energiewandel die Macht multinationaler Konzerne und Handels- und Investitionsabkommen, wie der Vertrag über die Energiecharta, abgebaut? In dieser Einheit besprechen wir, wie die Anstrengungen gegen Ausbeutung, Unternehmensmacht und Energiearmut eng mit einem weitreichenden Kampf für Gleichberechtigung, sichere und fair bezahlte Jobs und Klimagerechtigkeit verknüpft sind. 

Ike Teuling ist Klimaaktivistin, Journalistin, Kampaignerin, Rotterdamerin, Shellwatcher, und arbeitet bei MilieuDefensie • Lavinia Steinfort ist eine Spezialistin in öffentlichen Alternativen am Transnationalen Institut • Jelle de Graaf ist duales Stadtratsmitglied für Demokratie, Digitale Stadt, Nachhaltigkeit und Ernährung [Democratie, Digitale Stad, Duurzaamheid en Voedsel] in Amsterdam • Vertretung des FNV (Gewerkschaftsbund)

14:30-16:00 Klimagespräche (Holländisch) 

Über den Klimawandel zu sprechen ist nicht immer einfach. In diesem Workshop könnt ihr lernen, konstruktive Gespräche über den Klimawandel zu führen und Menschen an Bord zu holen, die den Wandel mitgestalten wollen. Der Workshop wird von Anneke Wensing von der Organisation KlimaatGesprekken geleitet. 

16:30-18:00 Wer profitiert? Klimawandel, Energiesicherheit, Konflikt und Migration 

Hier erwartet euch eine Präsentation und Diskussion über die Verbindungen zwischen Klimawandel, Energiesicherheit, (bewaffnetem) Konflikt und gezwungener Migration. Darüber hinaus wird ein Blick darauf geworfen, wie die Militär- und Sicherheitsindustrie von diesen Aspekten profitiert. Die Podiumsdiskussion bringt Repräsentant*innen von Transnational Institute (TNI), Stop Wapenhandel, Stop the War on Migrants und
der Darfur Union zusammen. Es wird die Wichtigkeit der Zusammenarbeit von Umwelt-, Migrations- und Friedensaktivist*innen für die kollektive Problemlösung an den Schnittstellen aufgezeigt. 

Dieser Workshop wurde in Kooperation mit dem Transnational Institute (TNI) und Stop Wapenhandel organisiert. Mark Akkerman ist Forscher bei Stop Wapenhandel (eine niederländische Kampagne gegen Waffenhandel). Er hat außerdem über das Greenwashing von Waffenhandel und die Militarisierung von Antworten auf den Klimawandel geschrieben. • Sprecher*in von Darfur Union • Sprecher*in von Stop the War on Migrants • Sprecher*in vom Transnational Institute

16:30-18:00: Speed dating für Aktivist*innen

In diesem Workshop kommt ihr in Kontakt mit lokalen und internationalen Klima- und Gasaktivist*innen. Wenn du Menschen kennenlernen möchtest, mit denen du in deiner Umgebung aktiv werden kannst oder Netzwerke mit anderen Aktivist*innen bilden möchtest, dann ist der Workshop das Richtige für dich. Der Workshop wird von Dhjana (Schriftstellerin, Filmemacherin, Aktivistin und Nachhaltiger Aktivismus Trainerin) geleitet. 

20:00-21:30: Internationale Podiumsdiskussion: Vom Energiewandel zum Machtwandel. 

Wie gelingt es uns, ausgehend vom Wandel unserer Energiequellen einen Wandel unserer Machtstrukturen zu erzielen? Diese Podiumsdiskussion befasst sich damit, wie verschiedene Anstrengungen gegen die Ausbeutung fossiler Rohstoffe mit historischen Machtstrukturen und Politik im Zusammenhang stehen. Wir werden das Gas-Problem in Groningen, Teersande im Vereinigten Königreich, die Kämpfe der indigenen Mapuche in Chile und Machtdynamiken in der Organisation von Klimagerechtigkeit beleuchten. Diese Problematiken werden verknüpft und in einen globalen und historischen Kontext gebettet, um aufzuzeigen, was getan werden muss, um diese Konstrukte, die unseren Planeten und unsere Leben bedrohen, radikal abzuändern.  

Suzanne Dhaliwal ist eine Verfechterin/Provokateurin, interdisziplinäre Künstlerin, Vortragende, sowie Klimagerechtigkeits- und Anti-Unterdrückungstrainerin. Sandra Beckerman ist Politikerin in der Sozialistischen Partei und eine Langzeitunterstützerin und starke Stimme gegen die Gasindustrie. Stephanie Collingwoode Williams ist Sozialarbeiterin, Anthropologiestudentin, Poetin und Aktivistin. • Maria Railaf Zuniga ist Menschenrechtsverfechterin und Sprecherin der Mapuche Foundation FOLIL, eine von Indigenen geführte Menschenrechtsorganisation.  • Die Diskussion wird von Chihiro Geuzebroek, dem Regisseur des Klimagerechtigkeitsfilms “Radical Friends”, Aktivisten, Kampagnenleiter und Redner, geleitet. 

Sonntag, 26. August

11:00-12:30: Ist Gas als “Übergangsbrennstoff” ein Greenwash? 

“Gas ist ein Übergangsbrennstoff” wird uns gesagt. Millionen werden in ein LNG-Terminal in Rotterdam investiert, sowie Milliarden in die Ausbeutung von Gasfeldern in Staaten wie Mosambik. Kann das als sinnvolle Investition von Geld, Zeit und Energie oder als reine Ablenkung von der Tatsache, dass wir schrittweise aus Gas aussteigen sollten, betrachtet werden? Wir stellen dem Investigationsjournalisten Jilles Mast (PAJ) diese und weitere Fragen über Gas als Übergangsbrennstoff. Mast ist investigativer Journalist bei PAJ und beschäftigt sich mit der Einführung von LNG in Gastransport und –gewinnung in Mosambik. 

11:00-12:30 Befreit die Böden!

Industrielle Landwirtschaft ist einer der Hauptkatalysatoren der Klimakrise. Neben Massentierhaltung sind Veränderungen in Landnutzung und Transport sowie die Verwendung künstlicher Düngemittel zu einem großen Teil für die Treibhausgasemissionen verantwortlich. Große Mengen an natürlichem Gas werden dazu verwendet, obwohl es bereits Alternativen dazu gibt. Wir müssen daher Widerstand gegen die industrielle Landwirtschaft und die wenigen Konzerne, die diese kontrollieren, leisten. Wir werden dazu zwei Kampagnen vorstellen – Free the Soil und Fossil Free Agriculture – und euch alle dazu einladen, euch diesem Kampagnen und der Massenaktion im Sommer 2019 anzuschließen. 

Climate Collective ist eine dänische Aktionsgruppe, die sich für Klimagerechtigkeit einsetzt.  ASEED ist eine Organisation aus Amsterdam, die sich seit Jahren Kampagnen zu Landwirtschaft und Klimawandel durchführt. 

11:00-12:30 Friedlicher Widerstand (Holländisch). 

Wenn wir den Boden aufwaschen, während der Wasserhahn noch läuft (holländische Redensweise), wird es Zeit, diesen ausfindig zu machen und zuzudrehen. In diesem Workshop werden wir den Hahn ausfindig machen, der die Ursache für den Zusammenbruch unserer Häuser, unseres Staates und unserer Leben selbst bildet. An dieser Quelle werden wir einen Strich ziehen und aufstehen, um uns nie wieder hinzusetzen. Friedlich, als einheitliche Gruppe werden wir einstimmig rufen: Bis hierhin und nicht weiter. Unsere Leben und die aller anderen Lebewesen auf diesem Planeten sind wichtiger als wirtschaftliche Kalkulationen! Dieser Workshop hilft uns, zu verstehen, zu fühlen und darin zu vertrauen, dass wir einen Unterschied machen können – und wir werden einen Unterschied machen! 

Irene Hadjidakis – van Schagen, De Grenswaker ist in der Sterbebegleitung tätig. Sie hat philosophischen und medizinischen Ausbildungshintergrund und ist auf individuelle und kollektive Lebensfragen spezialisiert. Sie widmet sich dem Frieden in einer Welt, die auf Kriegswirtschaft basiert. Sie versucht, die Mechanismen des Freien Marktes zu reduzieren, um den Planeten und das Leben darauf zu schützen. 

11:00-12:30 Verwurzelt im Widerstand. 

Das Rheinische Braunkohlerevier (Deutschland) ist Europas größte CO2-Quelle. Der Tagebau hat massive negative Auswirkungen auf die Natur, die Landwirtschaft und die Bevölkerung. Allerdings ist der Widerstand gegen die Kohleförderung in den letzten Jahren gewachsen – von Demonstrationen über zivilen Ungehorsam bis hin zur Besetzung eines Waldes. 2018 arbeitete die Anti-Kohle-Gruppe ausgeCO2hlt mit dem Künstler Oliver Scheibler zusammen und sammelte Geschichten unterschiedlichen Widerstandes in einem 1,8 x 1,3m Wimmelbild. Im Workshop dient die Schwarz-Weiß-Zeichnung zur Illustration der Auswirkungen von Kohletagbau sowie des vorhandenen Widerstandprojektes. Wir werden außerdem einen Ausblick darauf geben, was für Herbst 2018 geplant ist, denn der RWE (der Besitzer der Mine) hat vor, die letzten Teile des Hambach Waldes, der zum Kristallisationspunkt für die Europäische Bewegung gegen fossile Energieträger geworden ist, abzuholzen. 

ausgeCO2hlt ist eine Grassrootsbewegung für Klimagerechtigkeit. Ihr Fokus ist der Kampf gegen Kohleabbau im Rheinland, Deutschland. Sie sind Teil des Climate Justice Action (CJA) Netzwerks.

14:30-16:00 Notwendigkeit kennt kein Gesetz. Die Theorie hinter sozialem Ungehorsam (Holländisch)

Code Rood fordert zu sozialem Ungehorsam auf. Aber was bedeutet das eigentlich? Sozialer Ungehorsam impliziert eine offene und bewusste Wende gegen Gesetze. Aber wie kann das in einer demokratischen Gesellschaft Legitimierung finden? Und bedeutet das, dass jede Art von illegaler Aktion erlaubt ist? In dieser Präsentation wird die philosophische Debatte hinter sozialem Ungehorsam vorgestellt. Das Konzept wird mit anderen Formen politischen Aktivismus verglichen und Gemeinsamkeiten und Unterschiede herausgearbeitet. Der Vortrag wird sich für eine kritische Neuevaluierung des Konzepts im gegenwärtigen Kontext aussprechen. 

Mathijs van de Sande ist politischer Philosoph und Vortragender an der Radboud Universiteit in Nijmegen. Er ist Teil der Organisation Doorbraak.

14:30-16:00 Die Kraft der Vorstellung: Über Kunst und Aktivismus 

Das zentrale Thema dieser Podiumsdiskussion ist Kunst. Welche Rolle spielt Kunst in der öffentlichen Debatte und wie kann sie Aktivismus voranbringen? Welche Vorbilder gibt es und was sind ihre Strategien? In den Gesprächen werden die vielfältigen Formen von Aktivismus präsent sein: angefangen bei Flashmob Performances gegen die finanzielle Förderung der Fossilindustrie über Gemeinschaftsprojekte, die Rassismus und Ungerechtigkeit adressieren bis hin zu utopischer und dystopischer Science Fiction Literatur. 

Teresa Borasino (*1978, Lima; lebt und arbeitet in Amsterdam) ist visuelle Künstlerin und Aktivistin. Ihre Arbeiten befassen sich mit der Klimakrise in verschiedenen Medien – Performances, Installationen, Grafikdesign und direkten Aktionismus. Sie ist Mitgründerin von Fossil Free Culture NL. • Patricia Kaersenhout (*1966) ist eine niederländische visuelle Künstlerin und kulturelle Aktivistin. Als roter Faden zieht sich die Afrikanische Diaspora, welche sie mit Sklaverei, Rassismus, Feminismus und Sexualität in Verbindung bringt, durch ihre Arbeit. • Sumugan Sivanesan (Berlin/Sydney) ist ein antidisziplinärer Künstler und Schriftsteller. Er arbeitet häufig in Kollaborationen, in welchen seine Interessen –  Antikolonialismus, Migration, Medienaktivismus, nicht-menschliche Rechte und Artensterben –  zum Ausdruck kommen. • Moderiert von Harriet Bergman.

14:30-17:30: Reden wir drüber! (Storytelling)

In diesem Workshop wird ein intersektionaler, inklusiver und achtsamer Zugang zu öffentlichem Sprechen/Storytelling und Präsentieren gewählt. Teilnehmer*innen lernen einfache und direkte Wege kennen, um Missstände anzusprechen. Außerdem lernen sie, wie man Fakten und Leidenschaft verbinden kann, um bedeutsame Geschichten sowie fortschrittliche Aktionen und Events zu kreieren. 

Dieser Workshop wird von Fifth Friday Sisterhood, einer Plattform, die sich der Unterstützung und Ausbildung von sozialen/zivilgesellschaftlichen Gruppen, Organisationen und Individuen, die Veränderungen in Politik, Recht, Regierung und Institutionen fordern, widmet, abgehalten werden. 

14:30 (auch am Montag, dem 27. August um 11:00): Workshop: Banner und Requisiten für die Aktion 

Hier könnt ihr Aktionskleidung bemalen, Banner erstellen und vieles mehr. !RESPECT EXISTENCE OR EXPECT RESISTANCE! 

16:30-18:00: So wehrt man sich in einer wärmer werdenden Welt – mit Andreas Malm

Die Dinge zeigen noch immer in die falsche Richtung: Mehr Kapital wird in fossile Energieträger investiert, die CO2-Konzentration in der Atmosphäre nimmt zu, Klimakatastrophen eskalieren auf der ganzen Welt, die Anzahl rechter Klimaleugner*innen wächst. Wie entschärfen wir diese Situation? Wie bekämpfen wir am besten dieses Desaster, das sich als Business-As-Usual etabliert hat? In diesem Vortrag werden Hindernisse und Potentiale eines aus der Bevölkerung geborenen Kampfes für Klimagerechtigkeit im gegenwärtigen Kontext besprochen. Dieser Programmpunkt wurde in Kooperation mit dem 2.Dh5 Festival organisiert. 

Andreas Malm lehrt Ökologie an der Universität Lund (Schweden). Zusammen mit Shora Esmailian hat er „Iran on the Brink: Rising Workers and Threats of War and of Fossil Capital“, was mit dem Isaac and Tamara Deutscher Memorial Prize ausgezeichnet wurde, veröffentlicht. Seine neueste Arbeit ist „The Progress of This Storm“. 

16:30-18:00: Zucker im Tank – Kleingruppenaktionen im Rheinland 

Lernt das Braunkohlerevier im Rheinland kennen! Dieser Workshop gibt euch Informationen über die Kohleinfrastruktur und kleine Aktionen im Rheinland, Deutschland. Wir werden die Mobilisierung für Bezugsgruppenaktionen, den Aufbau des Geländes, interessante Orte und getarnte Fortbewegung besprechen.

Zucker im Tank engagiert sich in Kleingruppenaktionen gegen Braunkohle und unternimmt andere emanzipatorische Anstrengungen. 

16:30 (auch am Montag, dem 27. August um 14:40): Bildung von Bezugsgruppen (affinity groups) 

Ein Teil der Vorbereitung auf die Aktion ist die Bildung von Bezugsgruppen. Dieser Workshop hilft dabei, Gruppen basierend auf eurer Präferenz zu bilden. Schließ dich diesem Workshop an, wenn du noch eine Bezugsgruppe hast. Erfahrung hat uns gelehrt, dass es besser ist, Massenaktionen in kleineren Gruppen statt als Einzelperson durchzuführen. 

21:30: Stärken wir unsere Stimmen! 

Ihr denkt, ihr seid bereit, zu protestieren. An der Barrikade zu sitzen kann aber ermüdend sein und die Presse könnte den Protest auf eine verdrehte Weise präsentieren. Wie könnt ihr eure Kraft, eure Mission, eure Vision für Veränderung, euren kollektiven Zusammenhalt aufzeigen? Lieder und Sprechgesänge haben sich als hilfreich erwiesen, wenn es darum geht, die Message eines Protestes zu transportieren und gute Stimmung aufzubauen. Kommt vorbei und hört zu, singt mit, ruft mit! Und vergesst nicht, eure Cli-mates mitzubringen. 

Florian Wolff, Singer-Songwriter aus Groningen verbindet sein musikalisches Talent (er war Finalist beim Grote Prijs van Nederland und ist bei 3FM – Serious Talent aufgetreten) mit Aktivismus, indem er voller Enthusiasmus auch andere mitreißt. 

21:30: Geschichten aus dem Untergrund: Storytelling am Lagerfeuer.

Geschichten von den Vorreitern sozialer Veränderung. Geschichten, die man nicht in den Nachrichten hört oder in den Zeitungen liest. Geschichten von Menschen, die Risiken auf sich genommen haben, um für das einzustehen, woran sie glauben – ob Widerstand gegen Gasförderung in Groningen oder Kohleförderung in Deutschland, die Konfrontation von Großunternehmen oder die Unterstützung von Migrant*innen im Mittelmeer. Hast du Interesse daran, deine Geschichte zu erzählen? Melde dich während des Tages bei uns an! 

Montag, 27. August

10:00-12:00, 14:00-16:00 und 16:30-18:30: Aktionstrainings (Holländisch mit englischer Übersetzung).

Übung macht den/die Meister*in. Dieses Aktionstraining bereitet euch auf verschiedene Situationen, welche die Aktion hervorbringen könnte, vor. Die Trainings werden von verschiedenen Trainer*innen des Stroomversnellers Trainerscollective Network abgehalten.

11:00-12:00, 14:30-15:30 und 16:30-17:30: Unterstützungs- und Erholungsbriefings

Für Klimagerechtigkeit aktiv zu werden ist sowohl notwendig als auch positiv, jedoch kann es auch stressige Erfahrungen hervorbringen. Dieser Workshop stattet euch mit Tools und Tipps aus, wie ihr einander vor, während und nach der Aktion unterstützen könnt, sowie mit Information darüber, welche Unterstützung ihr von unserem S&R Team bekommen könnt. Der Workshop wird von der Code Rood EARS Arbeitsgruppe abgehalten. Näheres findet ihr auf die Seite von der Arbeitsgruppe Support und Recovery.

11:00-12:30: Widerstandsfähigkeit während der Aktionen

Dieses Training zeigt euch, wie man am besten mit mentalem, physischem und emotionalem Stress vor, während und nach Aktionen umgeht. Das Training ist speziell für jene gemacht, die an den Aktionen von Code Rood teilnehmen und wird von Dhjana abgehalten. 

14:30-16:00: Verhör Training (Holländisch).

In diesem praktischen Workshop konzentrieren wir uns darauf, was du tun kannst, wenn du während einer Aktion oder Demonstration festgenommen wirst. Du erhältst Informationen zu Folgendem: Wie kannst du dich auf die Aktion vorbereiten? Was sind deine Reche und Optionen, wenn du (in den Niederlanden) verhaftet wirst? Wie kann sichergestellt werden, dass du und andere das geringste Übel erleben? Welche Verhörtechniken werden verwendet und wie antwortet man am besten darauf? Wir werden auch die wichtigsten Schritte nach einem solchen Vorfall besprechen. Das Training wird von Dhjana angeboten. 

14:30: Strukturtraining der Aktionsgruppen

Abhängig davon, was noch in den unterschiedlichen Aktionsgruppen zu planen ist, gibt dieser Slot die Möglichkeit, die interne Organisation einer Gruppe während der Aktion zu besprechen und spezifische taktische Manöver und Blockadetechniken zu üben. 

16:30: Erste Hilfe Kurs

Die Ersthelfer*innen am Camp werden ein Training abhalten, in dem ihr lernt, wie ihr helfen könnt, sollte sich eine Situation ergeben, in der erste Hilfe gebraucht wird. 

16:30-18:30: Kreativer Widerstand gegen Öl- und Gassponsoring durch kreativen Institutionen 

In ganz Europa versuchen Gruppen, wichtige Museen davon überzeugen, ihre Sponsoring Deals mit den größten Förderern fossiler Energieträger zu beenden. Die Idee ist, dem sozialen Freibrief, den die fossile Industrie braucht, um seine Geschäfte fortzusetzen, ein Ende zu setzen. In den Niederlanden entwickelt Fossil Free Culture NL (FFC-NL) eine Reihe von Performances sozialen Ungehorsams, welche „artwashing“ angreifen sollen. Die Gruppe wird einen partizipativen Workshop abhalten, in dem sie über ihre künstlerischen Taktiken und darüber, wie diese Platz in ihrer größeren Kampagnenstrategie finden, sprechen. Der Workshop bietet die Möglichkeit, eine Intervention zu planen, die hoffentlich das Groninger Museum, welches von Gas-Firmen gesponsert wird, herausfordert. 

FFC-NL ist ein Kollektiv aus Künstler*innen, Aktivist*innen und Kritiker*innen, die an der Schnittstelle von Kunst und Klimaaktivismus arbeiten. Ihr Ziel ist es, Öl- und Gas Sponsoring öffentlicher kultureller Institutionen in den Niederlanden zu konfrontieren. Es soll das öffentliche Image der Öl- und Gasindustrie verändert und der sozialen Lizenz, weiterhin zu operieren, ein Ende gesetzt werden. 

16:30-17:30: Rhythmen des Widerstandes (Tanzworkshop) 

Möglicherweise habt ihr uns schon bei einer anderen Aktion oder Demonstration spielen gehört. Während Code Rood werden wir wieder anwesend sein und haben revolutionäre Grooves im Gepäck. Vor Beginn der Aktion würden wir gerne so vielen wie möglich unsere Tanzschritte beibringen und unsere Gesänge mit euch üben. So können wir sicher sein, dass die Aktion feierlich und freudvoll sein wird!

Rhythms of Resistance ist ein transnationales Netzwerk aus Aktionsgruppen, die antikapitalistische, feministische, anti-rassistische und andere emanzipatorische Ideale und Ambitionen hat. Schließ dich dem Groove an!  

Workshop zum Thema Recht / Ausfüllen von Formularen + Q&A (am Montag, dem 27. August, ganztägig)

In diesem Workshop geht es um die rechtlichen Risiken und Konsequenzen von Aktionismus, wie ihr euch auf diese Risiken vorbereiten könnt und was wir von der Polizei in den kommenden Tagen erwarten können. Es wird ausreichend Zeit für Fragen und Antworten geben. Die „Legal Team“-Arbeitsgruppe wird die nötige Information zur Verfügung stellen, sodass ihr gut vorbereitet an der Aktion teilnehmen könnt. 

Dienstag, 28. August und Mittwoch, 29. August: ACTION!

Näheres dazu findet ihr im Menü unter “Aktion”. (IS THERE SUCH A POINT FOR THE GERMAN MENÜ YET? OTHERWISE ADD: „Action“) 

Donnerstag, 30. August

14:30-16:30: Workshop zu nachhaltigem Aktivismus 

In diesem Workshop, der auf „Sustaining Resistance Trainings“ von Ecodharma im Ulex Center basiert, werden eine Reihe von praktischen Tools vorgestellt, die Aktivismus effektiver und nachhaltiger machen können. Die Methoden sollen Aktivist*innen dabei helfen, Burnouts zu verhindern, die Widerstandsfähigkeit während Aktionen bei Konfrontationen mit polizeilicher Gewalt und Unterdrückung zu stärken und Effektivität und gegenseitige Rücksichtnahme in unsere Communities zu bringen. Damit wir die Barrikaden durchqueren können – mit Widerstandskraft und nachdem wir tief Luft geholt haben.   

16:30-18:00: Open Mic: Zukünftige Events und nächste Schritte

Was hält die Zukunft für Groningen und darüber hinaus bereit? Beim Open Mic hat jeder die Chance, Kampagnen, Aktionen und Events vorzustellen, damit Aktivist*innen einen Überblick bekommen, wo es was zu tun gibt und wohin sich Aktionen in der nahen (und ferneren) Zukunft entwickeln sollen.